.ausgestrahlt

 

100 gute Gründe
atomausstieg-selber-machen.de
ausgestrahlt.de/mitmachen
Der Zeugschläger

Gastbeitrag von Agnes Eyk

Der Kleine sitzt auf dem Küchenfußboden; zwischen den Beinen steht umgedreht der größte, schönste, blau emaillierte Kochtopf seiner Mutter, die rechte Hand hält einen schweren Kochlöffel.

Und er schlägt zu - mit aller Kraft -  ausdauernd – und mit vor Eifer hochrotem Köpfchen. Vom Krach alarmiert eilt seine Mutter herbei. Und, weil sie eine verständnisvolle und kluge Frau ist, vertauscht sie den Kochtopf mit einer roten Plastikschüssel, den schweren Kochlöffel mit einem kleineren, leichteren.
Beides soll geschont werden: Hörnerven und Kochtopf. Und weil der Kleine unbeirrt weiter zuschlägt, leiser diesmal und, wie es scheint, in regelmäßigeren Abständen, nimmt sie einen zweiten Kochlöffel und schlägt im Gegentakt 1,2,1,2.

Wenig später drückt sie ihren Löffel dem Kleinen in die Hand, der nimmt den Rhythmus auf und trommelt: 1, 2, links, rechts. Ein künftiger Schlagzeuger ist am Werk.

 

rhythkind_Verl02

 

 

Alle Menschen sprechen, singen und tanzen.

Wie ein selbstverständlicher Bordun liegt der Rhythmus darunter. Woher er kommt? Noch ungeboren teilt sich uns der Pulsschlag der Mutter mit, eine unaufhörliche gleich bleibende Sicherheit ein Leben lang. Nicht zufällig sprechen wir vom Sprach-, vom Bewegungs-, vom musikalischen Rhythmus.
Fähigkeiten wollen entwickelt, ausgebaut, vervollkommnet werden. Mit jedem Schritt auf diesem Weg wächst das Gefühl der Befriedigung, des Glücks.

Glücklich zu sein bedeutet Kraft fürs Leben zu finden.

Unser Kleiner tobte sich zuerst aus, dann fand er seinen Rhythmus, hatte Erfolg – und so ganz von ihm unbemerkt und nebenher kanalisierte er seine motorische Kraft und regelte sie. Die linke Hand musste sich der rechten anpassen, damit war die Grundlage geschaffen für feinmotorische Bewegungsmuster.

Welche Fülle der Möglichkeiten wird sich dem kleinen Schlagzeuger  erschließen, wenn er zum Beispiel gelernt hat, seiner linken Hand einen anderen, gegenläufigen Rhythmus zur rechten zuzuordnen? Der Kreativität werden keine Grenzen mehr gesetzt sein. Musik und Tanz werden sich ihm erschließen; vielleicht wird er Gedichte schreiben mit ausgeprägtem rhythmischem Sprachgefühl?

Das Schlagzeug wird aber auch ein Ausweg sein können,

wenn Wut und Zorn, Missstimmung und tiefe Traurigkeit die Seele überschwemmen. Er wird vielleicht mit anderen gemeinsam musizieren und so soziale Bindungen erfahren.


Unser menschliches Gehirn ist ein Wunder der Schöpfung, „Lernen“ ist sein Anliegen. Seine Milliarden Nervenzellen stellen beim Lernen immer neue Verbindungen untereinander her. Die Folge:
Was es zum Beispiel beim Schlagzeugspielen „erlernt“ hat, wird es  auf andere Bereiche menschlicher Intelligenz übertragen.

 

Agnes Eyk

Dir gefallen diese Seiten? Du kannst dich bedanken, indem du einfach das, was du sowieso einkaufen wolltest, hier über einen beliebigen Amazon- oder Thomann-Link bestellst.
Und das funktioniert übrigens das ganze Jahr über! :-)


 

 



Copyright: Agnes Eyk 2008

 

[Anfänger] [Unterricht] [Anfänger-Hardware] [Anfänger-Medien] [Gästebuch] [Anfänger-Forum] [Links] [Impressum]